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Aufgaben und Ziele

Die Befähigung zur politischen Mündigkeit setzt die Aneignung bestimmter Kompetenzen voraus.
Die Auseinandersetzung mit Politik verlangt u.a. die Fähigkeiten gesellschaftliche Probleme sowie
institutionelle Konflikte wahrzunehmen, zu analysieren und zu beurteilen, um auf dieser Basis Lösungs- und Handlungsoptionen abzuleiten. Unterschiedliche soziale Interaktionserfahrungen im Politikunterricht sollen den Schüler*innen die Möglichkeit eröffnen, individuelle Perspektiven und Emotionen zu behandeln und zu reflektieren (Bremer Bildungsplan für die Gymnasiale Oberstufe, Fach Politik, 2008:5; EPA 2005:4). Die Auseinandersetzung mit divergierenden Perspektiven und Einstellungen sowie die Ergründung und Identifikation gemeinsamer Werte und Normen bilden eine entscheidende Grundlage, um innerhalb der Schule wichtige Erfahrungen mit demokratischen Prozessen und Verfahrensarten zu sammeln (ebd.).

Die Schüler*innen äußern immer wieder den Wunsch, sich intensiver mit gesellschaftlich relevanten Themen auseinanderzusetzen. Mit dem Fach Politik schaffen wir den nötigen Rahmen, um derartige Politikfelder mit adäquaten Fachmethoden systematisch zu analysieren. Unabhängig von ihrer Herkunft werden Jugendliche systematisch an grundlegende demokratische Werte und Normen herangeführt. Sie erwerben Kompetenzen, die für ihr weiteres Leben als verantwortliche Bürger*innen entscheidend sind. Dies gilt sowohl für politische Partizipation im Rahmen verfassungsmäßiger Strukturen als auch für Partizipation im Sinne zivilgesellschaftlichen Engagements.

Der Politikunterricht stärkt auch die Fähigkeit und Bereitschaft von Schüler*innen, eigene Möglichkeiten der verantwortlichen Teilnahme am politischen und gesellschaftlichen Leben im Sinne politischer und ivilgesellschaftlicher Partizipation zu nutzen. Dafür sind Phasen von selbstständigem und selbstverantwortetem Lernen und Handeln möglich: Erfahrungen an außerschulischen Lernorten, die Kooperation mit außerschulischen Partnern, Projektphasen, in denen politisches Handeln erprobt und reflektiert werden kann, sind Beispiele für die Entwicklungsmöglichkeiten von Handlungskompetenz (Bremer Bildungsplan für das Gymnasium Welt-Umweltkunde, Geschichte, Geografie, Politik, Jahrgangsstufe 5 – 10, 2006).

Integration in den schulischen Kontext am Gymnasium Horn

Das Fach Politik integriert sich organisch in die bereits bestehenden Strukturen unserer Schule. So
werden beispielsweise Teile unseres Schulprogramms umgesetzt und darüber hinaus ergänzt. Dazu zählt die Vermittlung von sozialen Kompetenzen, welche in einem demokratischen Miteinander unersetzlich sind. Dies wird insbesondere in der Vertiefung des in den Klassenstunden zu behandelnden schulinternen Sozialkonzepts durch den Politikunterricht deutlich. Außerdem wird durch die Auseinandersetzung und Reflexion eines auf das Gemeinwohl ausgerichteten Miteinanders auch letztlich ein positives Lernklima gefördert, wie es an jeder Schule sein sollte. Durch das Aufbrechen eingeschränkter Sichtweisen im Sinne einer politikdidaktischen Multiperspektivität sollen, wie im Schulprogramm festgelegt, Perspektiven für die Schüler*innen geöffnet werden.

Schließlich sollen auch Praxisbezüge im Fach Politik ermöglicht werden. Dies kann am Gymnasium Horn beispielsweise die Teilnahme und Motivation der Schüler*innen am Wettbewerb "Jugend debattiert" sein, was durch das Fach Deutsch als Zweitsprache bereits grundsätzlich im Rahmen von Argumentationsstrategien etabliert wurde. Zusätzlich können Podiumsdiskussionen mit Vertreter*innen des öffentlichen Lebens zu aktuell in der Öffentlichkeit diskutierten Themen durchgeführt oder während Wahlperioden an dem Projekt "Juniorwahl" teilgenommen werden, das auf Teile der Partizipationsmöglichkeiten in einer Demokratie möglichst authentisch vorbereitet.

Fachsprecher Politik