Beim schönsten Frühlingswetter machten sich insgesamt 12 Schülerinnen vom Gymnasium Horn Bremen, Lloyd Gymnasium Bremerhaven und Alten Gymnasium Oldenburg auf den Weg nach China. Sie waren sehr gespannt und neugierig auf die kommenden zwei Wochen. Während der Wartezeit am Flughafen unterhielten sich die Schülerinnen schon miteinander in einer fröhlichen Atmosphäre, obwohl sie sich vorher teilweise nicht kannten. Hartmut Riggers und Weronika Morawiec vom Gymnasium Horn sowie Tianyi Yu vom Konfuzius-Institut Bremen haben die Gruppe begleitet und betreut.
Dieses 15-tägige Frühjahrscamp ist ein Stipendienprogramm. Unterstützt von dem Konfuzius-Institut Bremen und der Partneruniversität „Pädagogischer Universität der Hauptstadt (Capital Normal University) in Peking“ bietet die Zentrale der Konfuzius Institute / Hanban hervorragenden deutschen Schülern/innen die Chance, nach China zu reisen und die chinesische Kultur persönlich kennenzulernen. Die zwei Wochen sind zwar kurz, jedoch mit vielfältigen und interessanten Aktivitäten ausgestattet, beispielsweise Sprachkursen, Kulturkursen, Ausflügen usw. Damit können die Schülerinnen und Schüler nicht nur ein modernes, sondern auch ein traditionell geprägtes China erleben.
(1) Chinesisch lernen
Das Frühjahrscamp zielt hauptsächlich auf das Chinesischlernen ab. Bis auf die Wochenenden, haben die Schülerinnen jeden Tag vier Stunden Chinesisch in einem Intensivsprachkurs gelernt, um am letzten Tag vor der Abreise eine Abschlussprüfung abzulegen und ein Zertifikat zu erlangen. Angesichts der Tatsache, dass die Schülerinnen unterschiedliche Sprachniveaus hatten, legten die Chinesischlehrer großen Wert auf grundlegende Sprachkenntnisse, wie z. B. Aussprache und Alltagsausdrücke. Die fleißige Arbeit der Schülerinnen hat sich gelohnt. Vor der Rückreise konnten sie schon selbst auf Chinesisch Essen in der Mensa bestellen, was ein großer Fortschritt für sie gewesen ist.
(2) Kultur erleben
Mit vertieften Kenntnissen der chinesischen Sprache wurde dann eine Einführung in chinesische Traditionen relativ einfach. Nachmittags besuchten die Schülerinnen Kulturkurse wie Malerei, Kalligraphie und Musik. Sie mochten die traditionelle chinesische Kultur sehr. In den Kursen lernten sie die vier Schätze der Studierstube sowie die Symbole von Pflaume, Orchidee, Bambus und Chrysantheme kennen. Während sie im kalligraphischen Kurs mithilfe der Lehrer das chinesische Langzeichen „Drache“ nachschrieben, malten sie in einem anderen Kurs mit Pinsel und Tusche einen Pandabären, was ihnen große Freude bereitete. Außerdem lernten sie ein chinesisches Lied „Jasmin“ und ein Musikstück aus der Pekinger Oper singen. Trotz des schwer zu verstehenden Liedtextes, fanden sie alle die Melodien wunderschön. Nicht zu vergessen war noch die chinesische Popmusik, die ihnen auch sehr gut gefiel. Das Lied „kleiner Apfel“ war bei ihnen so beliebt, dass sie jeden Nachmittag beim Ausflug den gleichen Text sangen – „Du bist mein kleiner kleiner Apfel“.
(3) Besuch der Nr. 109 Mittelschule
An einem sommerlichen Nachmittag waren die Schülerinnen in der Nr. 109 Mittelschule, ein Gymnasium mit dem Schwerpunkt Kunst, zu Besuch. Um das Leben chinesischer Schüler hautnah zu erleben, nahmen die deutschen Schülerinnen am Kunstunterricht teil, wo sie zusammen mit den chinesischen Schülern zeichneten. Sie lernten, wie man Stillleben zeichnet und gaben sich dabei sehr viel Mühe, so dass am Ende tolle Bilder entstanden. Mit diesen waren nicht nur die Mädchen zufrieden, sondern auch der Kunstlehrer. Nach dem Unterricht ging es noch in eine kleine „Kunstausstellung“ der Schule, in der die Werke der chinesischen Schüler und Lehrer ausgestellt waren. Die deutschen Schülerinnen konnten kaum glauben, dass die chinesischen Schüler so gut zeichnen können. Am Ende des Ausflugs besuchten die deutschen Schüler die Nr. 109 Grundschule und diskutierten mit den chinesischen Lehrern über das Thema „Unterschiede zwischen deutschen und chinesischen Schulen“.
(4) Besichtigungen
In den 15 Tagen besichtigten die Schülerinnen noch viele Sehenswürdigkeiten in Peking, beispielsweise die Nanluogu Gasse, den Tian´anmen Platz, die Verbotene Stadt, das Olympische Stadion, den Himmelsaltar, den Pekinger Zoo, den Sommerpalast und die Große Mauer. Sie haben nicht nur die traditionelle Seite chinesischer Kultur gesehen, sondern auch die moderne Seite.
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5) Wochenende-Ausflug nach Shanghai
Die Reise nach Shanghai war ein Highlight für die Schülerinnen. Sie haben eine perfekte Kombination von traditionellem und modernem Leben gesehen. Auf der rechten Seite des Ufers des Huangpu Flusses stehen traditionelle Gebäude, während sich die Wolkenkratzer auf der linken Seite des Ufers befinden. Die Schülerinnen waren außerdem auf dem Gipfel des Shanghaier Fernsehturms und genossen die schöne Aussicht auf Shanghai von oben. Am Abend ging es dann mit einer Schifffahrttour auf dem Huangpu Fluss weiter, von der sie die Skyline Shanghais bei Nacht bewundern konnten. Alles war hell beleuchtet und die Schülerinnen kamen aus dem Staunen kaum heraus. So hielten sie während der Fahrt immer ihre Kameras oder Handys bereit, um diese wunderbaren Momente aufzunehmen. Neben den vielen kulturellen Erlebnissen hatten die Schülerinnen ausgiebig Zeit, shoppen zu gehen und so für Freunde und Familie Geschenke zu kaufen, aber auch das Eine oder Andere für sich als Erinnerung zu ergattern.
(von YU Tianyi)
Am Samstag, den 15.06.2019 wurde das Gymnasium Horn zum Gastgeber des Deutschlandfinales des Chinesischsprachwettbewerbs Chinese Bridge. Aus diesem Anlass sind etwa 120 Gäste aus ganz Deutschland angereist, darunter auch die 16 Teilnehmer des Wettbewerbs. Von unserer Schule hat Jana Neumann (QI) teilgenommen.
Um neun Uhr wird der Wettbewerb von dem Chinesisch-Chor des Burggymnasiums aus Essen eröffnet, dem die Grußworte von Frau Prof. Dr. Monika Schädler, der Direktorin des Konfuzius-Instituts, Herr Dr. LIU Lixin, dem Gesandten des Botschaftsrats der chinesischen Botschaft für Bildung, sowie Frau Kelm, der Direktorin des Gymnasiums Horn, folgen. Dann ist es soweit, die Kandidaten stellen ihr Können unter Beweis. Der Wettbewerb setzte sich aus drei Teilen zusammen. In der ersten Runde halten die SchülerInnen eine kurze und selbstverfasste Rede zu einem frei gewählten Thema, in der zweiten Runde müssen sie drei Fragen zur chinesischen Landeskunde und Sprache beantworten, bevor sie in einer freigewählten kreativen Performance ihre Talente in Gesang, Tanz oder auch Kampfsport präsentieren. Jeder Teilnehmer gibt dabei sein bestes und die Jury wird bei den vielen Sprachtalenten vor eine schwere Aufgabe gestellt. Am Ende kann es jedoch nur einen Sieger geben und so kann sich schließlich Benjamin Raab vom Burggymnasium Essen gegen die anderen 15 Teilnehmer durchsetzen. Er wird im Herbst nach China fliegen und am internationalen Ausscheid des Chinese Bridge Wettbewerbs teilnehmen. Der Chinese Bridge Wettbewerb richtet sich an SchülerInnen sowie Studierende und findet jährlich statt. Er wird von Confucius Institute Headquarters/Hanban veranstaltet.
Neben den Auftritten der Teilnehmer, wurde der Wettbewerb musikalisch durch traditionelle chinesische Instrumente und Lieder untermauert. Auch kulinarisch wurden die Anwesenden durch ein schmackhaftes und reichliches chinesisches Büffet versorgt. So haben alle Anwesenden trotz der Länge des Tages (9 Uhr bis 17 Uhr) einen schönen und erlebnisreichen Wettbewerbstag erlebt.
(von Weronika Morawiec)
Bereits zum dritten Mal nahmen Horner Schülerinnen und Schüler am Sprachcamp des Konfuzius Instituts in China teil. Dass dafür gerne die Osterferien genutzt wurden, zeugt von dem großen Interesse an diesem Projekt. 11 Schülerinnen und Schüler vom Gymnasium Horn sowie weitere 9 Teilnehmer aus Bremerhaven verbrachten zusammen mit den begleitenden Lehrern Yan Hecker und Hartmut Riggers 14 Tage an der Capital Normal University in Peking. Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Horn kamen aus dem neueingerichteten Chinesischkurs, sie werden die ersten Horner Gymnasiasten sein, die im Jahre 2019 sich an ihrer Schule im Fach Chinesisch im Abitur prüfen lassen können.
So war es nicht verwunderlich, dass der Sprachunterricht im Fokus der Reise stand. Täglich von 8:30 Uhr bis 12:00 Uhr wurden Schriftzeichen und Grammatik gelernt, unterrichtet von Lehrern/innen der dortigen Universität, ergänzt durch Kalligrafie- und Gesangsunterricht. Am Ende hatte man den Inhalt eines ganzen Lehrbuchs erarbeitet, etwa so viel, was im regulären Unterricht in einem ganzen Halbjahr geschafft wird. Groß war die Freude, als die Mühen mit dem erfolgreichen Zertifikatsabschluss abgeschlossen werden konnten.
Natürlich kam die Kultur auch nicht zu kurz. Die Nachmittage und Abende wurden intensiv genutzt, um die vielfältigen Sehenswürdigkeiten Pekings zu besichtigen. Tian’An Men Platz, Verbotene Stadt, Sommerpalast und Zoobesuch mit den obligatorischen Pandas standen dabei ebenso auf dem Plan wie der Besuch der verbliebenen Hutons sowie des Olympiaparks mit der atemberaubenden Konstruktion des „Vogelnestes“. Beeindruckend auch die Künstlerkolonie Song Zhuang, in der sich seit mehr als 25 Jahren die Avantgarde der chinesischen Künstler versammelt hat. Und dann immer wieder die Genüsse der chinesischen Küche, bedacht auf das Yin und Yang, die daoistische Ausgewogenheit der Gerichte.
Ein besonderes Highlight war der dreitägige Ausflug ins 1000 km entfernte Xian mit dem Hochgeschwindigkeitszug. Ziel waren die Ausgrabungen der dortigen Terracotta Armee sowie die Altstadt, umgeben von der erhaltenen historischen Stadtmauer, die mit dem Fahrrad erschlossen wurde.
Schließlich stand ein Besuch der der Universität angeschlossenen High School auf dem Programm, wo die Schülerinnen und Schüler am Unterricht teilnahmen und von chinesischen Schülern mit der traditionellen Kultur Chinas bekannt gemacht wurden. Bei dem Rundgang durch die Schule konnten sich alle davon überzeugen, auf welch hohem Standard dort die Schulen ausgestattet sind: Techniklabore, Drei-D-Drucker und Flugsimulatoren sind in den Unterricht eingebunden.
Am Ende waren sich alle einig, dass es ein einmaliges Erlebnis war. Der Dank galt allen, die an der Umsetzung der Fahrt mitgewirkt hatten, insbesondere dem Konfuzius Institut in Bremen sowie den Mitarbeitern der dortigen Universität für die Betreuung vor Ort
Zusammen mit 110 Schülerinnen und Schülern aus ganz Deutschland wurden zunächst die Sehenswürdigkeiten Pekings besichtigt: Sommerpalast, Tiananmenplatz, „Verbotene“ Stadt oder das Künstlerviertel. Abends wurde auf dem Olympiaboulevard zusammen mit Chinesen die Fitness getrimmt oder in engen dunklen Gassen der Hutons wurden erste Einkäufe getätigt.
Den Schwerpunkt des Summer Camps bildete der Aufenthalt in der Fünfmillionenstadt Hefei, der Hauptstadt der Provinz Annuih. Hier wurde eine Woche lang morgens in der Mittelschule Nr 6 – ein Gymnasium mit 3000 Schülern – die chinesische Sprache eingeübt, um anschließend die Prüfung für den Erwerb des Sprachenzertifikats abzulegen.
Nach üppigem Essen in der Schulmensa wurden am Nachmittag Masken nach Motiven der chinesischen Oper bemalt, es wurde eine Choreografie in Taiji eingeübt, dazu wurden chinesische Lieder gesungen. Der Rest des Tages war den Familien von Partnerschülern/innen der Schule vorbehalten. Die Gastfreundschaft war grenzenlos, fast täglich kamen die Schülerinnen und Schüler mit Geschenken ins Hotel .
Den Abschluss bildete der Besuch der Metropole Shanghai. Aus 400 m Höhe auf dem Pearltower konnte man die bunte Skyline Shanghais bewundern. Fast ebenso beeindruckend war die anschließende abendliche Schifffahrt auf dem Huangpo. Schließlich durfte nicht versäumt werden, die Haupteinkaufsstraße Shanghais, die Nanjing Road, zu besuchen mit einem unvorstellbaren Angebot von Waren aller Art.
Und dann konnten es alle kaum glauben: die 14 Tage waren wie im Flug vergangen, wenngleich es einem in Anbetracht der vielfältigen Eindrücke auch vorkam, als hätte man eine viel längere Zeit in China zugebracht.