Um die Schülerinnen und Schüler erfolgreich auf die Projektarbeit in der Qualifikationsphase vorzubereiten, soll in der Einführungsphase im Rahmen der Profile ein Probeprojekt erstellt werden. Zentrales Ziel dabei ist es, methodische Fähigkeiten zu entwickeln, zunehmend selbständig zu arbeiten und den eigenen Lernprozess erfolgreich zu organisieren.
Das vorliegende Methodencurriculum ist kein umfassendes Kompendium für sämtliche Kompetenzen der Einführungsphase, sondern soll vielmehr einen Überblick über schülerorientierte Methoden geben, die grundlegend für die erfolgreiche Teilnahme an der Qualifikationsphase sind. Dazu gehören das Beschaffen von Informationen, das Strukturieren von Fakten sowie das Erkennen von Zusammenhängen.
Wie kann ich schreiben, dass der Text lesbar wird, nachvollzogen werden kann und den formalen Anforderungen entspricht? s. Skript „Hilfen zum Verfassen von Hausarbeiten“
s. Skript „Gliederungsprinzipien“
Survey: Überblick gewinnen
Um sich mit einem Text, vertraut zu machen, den man intensiv erarbeiten möchte, sollte man zunächst Hinweise über Aufbau und Inhalt gewinnen: In jedem Fall sollte man das Inhaltsverzeichnis genau durchsehen. Bei Artikeln: Zusammenfassung lesen. Wichtig ist nun, genau zu überlegen, in welcher Absicht der Text gelesen werden soll. Sich einen Überblick zu verschaffen bedeutet nämlich schon, das Ganze und die Zielsetzung einer Aufgabe zu durchschauen, man trägt bereits an dieser Stelle zu einem effektiven Lern- und Verständnisvorgang bei.
Question: Fragen an den Text stellen
Warum will ich diesen Text lesen? Welche Informationen werden erwartet? Welchen Bezug hat dieser Text zum Thema, zu dem man Informationen sucht? Je weiter man in einem Wissensbereich fortgeschritten ist, umso konkreter und detaillierter können die Fragen an den Text formuliert werden; Die einfachen sokratischen Fragen (Wer?, was?, wie?, warum?, wann?, wo?) eigenen sich für den oder die Leser(in), der(die) ein Wissensgebiet erschließen will. Die Fragen an den Text gilt es immer- zumindest in Kürzeln - aufzuschreiben, um die Tücke gleich zu umgehen, jedem interessanten Text zu folgen, auch wenn dieser keinen Aufschluss über die eigentliche Absicht der Auswahl gibt. Noch mal: Die Fragen sollen die Zielsetzung des Informationserwerbs festlegen!
Read: Lesen
Es empfiehlt sich einen Text nicht sofort mit gründlichem „aktiven" Lesen zu erarbeiten, sondern die Zeilen mit der Methode des sog. „Querlesens" zu überfliegen, bis der Text tatsächlich Antworttendenzen zu meinen Fragen zu geben vermag. Wenn ich bemerke, dass meine vorher gestellten Fragen beantwortet werden können, dann gilt es das Lesetempo zu verringern und die Hauptaussagen unter Berücksichtigung der gestellten Fragen nach zu vollziehen. Wichtige und auch unklare Stellen im Text werden markiert und somit zur Weiterbearbeitung vorbereitet. Wird festgestellt, dass der gelesene Text trotz allen Anscheins die gestellten Fragen nicht beantworten kann, sollte dieses Schriftstück bewusst zu Seite gelegt werden, um in einem anderen Text die Fragen beantwortet zu finden.
Recite: Rekapitulieren
Wurde der Text gelesen und sind die gestellten Fragen beantwortet, dann verlangt die Lesemethode eine Zusammenfassung des Gelesenen mit eigenen Wortens. Der(die) Leser(in) hat somit eine Kontrolle, ob er(sie) das Gelesene verstanden hat und transformiert Informationen gleichzeitig in die Codes (= strukturierende Informationsverkürzung), die das Gedächtnis benötigt (siehe Lerntechniken), um Informationen als Wissen abspeichern zu können. Zum kritischen Lesen gehört es auch, Fakten (Daten) von Meinungen zu unterscheiden.
Review: Wiederholung
Der letzte Schritt dieser Lesemethode ist die "Schlusskontrolle". Sie verlangt, dass man Lücken, die man beim Rekapitulieren festgestellt hat, ergänzt. Die Schlussfrage lautet: Warum hatte ich den Text zu Hand genommen? Welcher Erkenntnisse habe ich tatsächlich gewonnen? Was fehlt noch? Welche eigenen Ideen sind mir bei der Lektüre gekommen?
Exposé
Das Exposé ist eine kurz gefasste Darstellung eines wissenschaftlichen Projektes, einer schriftlichen Arbeit etc. Das Exposé beschreibt Thema, Zielsetzung, Gegenstand (Thesen, inhaltliche Schritte), methodisches Vorgehen des Projektes. Das Exposé fördert die Reflexion und die Diskussion in der Orientierungs- und Strukturierungsphase. Es dient
Das Exposé umfasst bei einer Hausarbeit, je nach Projektumfang, ca. 1 bis 4 Seiten.
Auf den eigenen Exemplaren immer notieren: Name, Thema, Datum, Version
Beachten Sie die Konventionen des entsprechenden Studienfachs in dem die. Hausarbeit erstellt wird.
Tipp: Besorgen Sie sich ein Exposé einer Arbeit, die in den gewählten Fächern geschrieben wurde!
Ein zentrales Element einer Facharbeit ist die Gliederung. Sie spiegelt den Gedankengang des Verfassers und seinen Argumentationsaufbau wider und zeigt damit dem beurteilenden Leser sehr deutlich und schnell, ob die Arbeit ein logisches Gerüst hat. Jeder Teilpunkt sollte einen deutlichen Bezug zu und eine Funktion für die Themenstellung haben, d.h. vorab könnte man sich fragen: Welche Teilaspekte muss ich im Einzelnen und in welcher Reihenfolge abhandeln, damit im Fazit (Schluss der Arbeit) die Frage- bzw. Problemstellung beantwortet/beurteilt werden kann. Mögliche Methoden zum Erstellen einer vorläufigen Gliederung: Mind-Map, Clustern, tabellarisches Sammeln und nachträgliches Ordnen von Unterpunkten.
Die endgültige Gliederung stellt das Inhaltsverzeichnis dar (mit Angabe der Seitenzahlen).
Die Einleitung hat einen herausragenden Stellenwert, indem sie die Funktion hat, den Leser in das Thema einzuführen und sein Interesse dafür zu wecken. Sie kann bereits in einer frühen Arbeitsphase geschrieben und vor Abgabe der Endfassung ggf. modifiziert werden. (Man könnte Schüler auch darauf hinweisen, dass Dozenten oft v.a. die Gliederung, die Einleitung und den Schluss sehr aufmerksam lesen)
Folgende Elemente können Bestandteil einer Einleitung sein:
Schwierigkeiten bereiten oft nicht nur Beherrschung von Sprachnormen (Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung), sondern auch die Fähigkeit, den richtigen Stil zu treffen und so zu formulieren, dass Zusammenhänge zwischen Sätzen einerseits und ganzen Absätzen andererseits geschaffen werden, statt nur additiv Versatzstücke aneinanderzureihen. Folgendes sollte man berücksichtigen:
„Schlanke Sätze, schlichte Wörter“ oder KISS-Formel: Keep it short and simple
Dem Leser zu helfen, den eigenen Gedankengang rekonstruieren zu können