Was kann ich wissen? (Erkenntnistheorie)
Für den 5. / 6. Jahrgang sind folgende Inhalte vorgesehen:
Namen und Identität: Herkunft und Bedeutung der Eigennamen, Folgen eines Namens- und Identitätsverlustes
Namen als Symbole der Wirklichkeit
Wort und Begriff, Denken und Sprechen: Wahrnehmung, Sinnestäuschung, Vieldeutigkeit der Sprache als Herausforderung zur begrifflichen Präzisierung
Möglicher Zusatz zur Medienerziehung: z.B. Gebrauch und Bedeutung der Emoticons im Chat
Raum und Zeit als Ordnung der Wahrnehmung und der Wirklichkeit
Für den 7. Jahrgang sind folgende Inhalte vorgesehen:
Erscheinung und Wirklichkeit: Denken und Deuten
Sprache und Verständigung
Was soll ich tun? (Ethik)
Für den 5. / 6. Jahrgang sind folgende Inhalte vorgesehen:
Zusammenleben: Ich und meine Mitmenschen (Vertrauen, Gemeinschaft, Verantwortung, Regeln), Umgang mit der Natur und Leben mit Schwächeren, Gut und Böse
Möglicher Zusatz zur Medienerziehung: Meine Klasse und ich (Regeln für den Klassenchat o.Ä.)
[Für den 7. Jahrgang sind folgende Inhalte vorgesehen: ]
Gerechtigkeit und Moral: Toleranz, Humanität und Nächstenliebe; Gewissen, Normen und Verantwortung
Möglicher Zusatz zur Medienerziehung: Leben in virtuellen Räumen versus Realität
Was darf ich hoffen? (Metaphysik)
Für den 5. / 6. Jahrgang sind folgende Inhalte vorgesehen:
Ziele und Glücksvorstellungen: Freundschaft, Liebe, Fantasie
Schöpfungsmythen
Möglicher Zusatz zur Medienerziehung: Mein Handy und ich
Für den 7. Jahrgang sind folgende Inhalte vorgesehen:
Selbstreflexion als Beginn der Philosophie: Sokrates als Prototyp des Zweifelns
Utopien: Lebensentwürfe und Träume
Möglicher Zusatz zur Medienerziehung: Kreation von Rollenbiografien / Avatars in Spielen im Internet, z.B. in SimCity
Was ist der Mensch? (Anthropologie)
Für den 5. / 6. Jahrgang sind folgende Inhalte vorgesehen:
Einzigartigkeit des Menschen: Mensch und Tier, Mensch und Maschine
Möglicher Zusatz zur Medienerziehung: Reflexion virtueller Haustiere
Für den 7. Jahrgang sind folgende Inhalte vorgesehen:
Dimensionen des Menschseins: der Mensch als Homo Ludens, Homo Investigans, Himo Pictor und Homo Sapiens
Möglicher Zusatz zur Medienerziehung: der Mensch als Schöpfer von Robotern und künstlicher Intelligenz, z.B. Lehrerroboter in Japan
In der Einführungsphase der Oberstufe erwartet Euch zunächst eine Einführung in die Philosophie.
Ihr werdet Euch mit dem philosophischen Denken und Fragen beschäftigen, mit der Methodik des Philosophierens. Schwerpunkte sind hier das Argumentieren und Urteilen, die Begriffsanalyse und die kritische Textanalyse.
Des Weiteren erhaltet Ihr eine grundlegende Einführung in die Disziplinen der Philosophie, angelehnt an die vier Fragen Immanuel Kants: Erkenntnistheorie (Was kann ich wissen?)
Ethik (Was soll ich tun?)
Metaphysik (Was darf ich hoffen?)
Anthropologie (Was ist der Mensch?)
Es wird auch ein Schwerpunktthema behandelt werden(z.B. Angst und Aggression, Glück und Sinn, Vergeltung und Gerechtigkeit o.Ä.)
QI/1: Erkenntnistheorie
„Wir sehen die Welt nicht wie sie ist, sondern wie wir sind“, schreibt Leander Greitemann. Was be-deutet das? Sind Menschen nicht in der Lage, die Realität so zu erfassen wie sie ist? Konstruieren wir uns nur unsere Welt? Was bedeutet dies für die Naturwissenschaften, ihre Erklärungen von Welt? Kann man überhaupt etwas sicher wissen? Und wenn nicht, wie gehen wir damit um?
QI/2: Anthropologie
„Der Mensch ist ein Mängelwesen“, sagt Arnold Gehlen. Doch was bedeutet dies? Ist der Mensch im Vergleich zum Tier minderwertig? Unterscheidet er sich vielmehr grundsätzlich vom Tier oder sind wir nur die klügeren Affen? Zeichnet den Menschen ein höheres Maß an Freiheit aus, die Freiheit, etwas zu entscheiden? Sind wir zur Freiheit verurteilt? Oder ist diese Freiheit durch die Umstände stark eingeschränkt, sodass man eigentlich nicht von Freiheit sprechen kann?
QII/1: Ethik
„Ethisch ist mehr als unegoistisch“, so Albert Schweitzer. Wann kann man von Moral sprechen? Wie gelangen wir zur Moral? Wissen wir intuitiv, was richtig und was falsch ist? Ist Moral eine Sache des gesellschaftlichen Konsenses oder eine Privat-angelegenheit? Darf man Leben gegeneinander aufrechnen? Ist eine ethische Frage durch eine Kosten-Nutzen-Analyse zu entscheiden?
QII/2: Rechts- und Staatsphilosophie
„Die beste Regierung ist die, welche am wenigsten regiert." Diese Ansicht vertritt Henry David Thoreau. Mit welcher Legitimation kann ein Staat berechtigt sein, in die Freiheit seiner Bürger einzu-greifen? Wie sieht es mit dem Verhältnis von Recht und Moral aus? Gibt es einen idealen Staat? Wel-che Rolle spielen Herrschaft, Macht und Gewalt in einem Staat? Kann es gelingen, in einem Staat Ge-rechtigkeit zu verankern?
Die vorweg angeführten Themen und Inhalte sind sowohl dem Grundkurs als auch dem Leistungskurs Philosophie eigen.
Im Leistungskurs Philosophie werden diese Themen vertieft, das kann zum einen bedeuten, dass Ihr komplexere Texte lesen werdet, die mehr Einblicke in das Gedankengebäude eines oder mehrerer Philosoph:innen oder in den philosophischen Diskurs geben, dass Ihr Euch mit aktuellen gesellschaftlichen Ereignissen auseinandersetzt und diese philosophisch hinterfragt.
Ihr werdet auch Gelegenheit haben, verschiedene Methoden des Philosophierens zu vertiefen: das Schreiben von Essays wäre beispielsweise eine Möglichkeit oder auch die Arbeit mit Begriffsmolekülen, theatrales philosophieren, Gedankenexperimente u.a.
Der Tag der Philosophie, der in unserer Schule seit langem Tradition hat, bietet auch immer wieder Gelegenheit, sich einem philosophisch relevanten Thema widmen zu können, mit Mitschüler:innen und Philosoph:innen und weiteren Fachleuten aus unterschiedlichen Fachrichtungen in Diskurs zu gehen, um
tiefere Einblicke zu erhalten, Leben zu begreifen, zu hinterfragen und auch zu gestalten.
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Frau Relf